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Regensburger Anarchie im Kunstverein Weiden @ Kunstverein
Jan 26 – Feb 22 ganztägig

Weiden. Am 26.1. 2018 eröffnen drei Künstler der Regensburger Szene, Erich Gohl, Andreas Hanauer, und Clemens Matejka um 20 Uhr im Kunstverein Weiden eine Ausstellung mit gemeinschaftlich angefertigten Malstücken. Dazu servieren sie auch unter dem Band-Namen „The grey Gods“ Hard-Rock vom Feinsten.

Seit mehreren Jahren bitten sie regelmäßig zu Stifte- und Pinselduellen zu Tisch, deren Ergebnisse mittlerweile an Umfang und Qualität beachtliche Maße angenommen haben. Im Juni diesen Jahres werden sie Teil einer großen Show in der Städtischen Galerie der Donau-Metropole sein, die das Wirken des „klandestinen Künstlerkollektivs Obacht“ insgesamt zeigt. In den Werken wird voll in die Kunstgeschichte gegriffen und mit viel Witz im Gestus des Expressionismus spannende Message-Melangen hergestellt.

Dabei folgt man schon im Gemeinschafts-Bild nicht nur ansatzweise einer Mal-Spiel-Tradition, die mit den Surrealisten um Andre Breton als Cadavre exquis, als köstlicher Kadaver, bekannt wurde. Auch im heutigen Regensburg geht die peinture a trois über den Spaß am Spiel hinaus und zeigt Methode. Ziel ist eine offensive künstlerische Praxis, die den klassischen Kunstbegriffs einschränkt und sich vom Künstlerfürstentum trennt. Erich Gohl war Meisterschüler des Fluxus-Künstlers Robin Page.

Mehr als ästhetische Rhetorik

Der subversive Kollektivismus, der dabei den einzelnen Kreativen als Quellpunkt kritischer Wahrnehmung und verdrängter geistiger Inhalte definiert, ist im Regensburg der Obacht-Leute und ihrer Netzwerkerei, die die Stadtwelt aderreich durchzieht, mehr als ästhetische Rhetorik, die am Bilderrahmen aufhört. Er ist ein stabiles Stück bürgerschaftlicher Gegenöffentlichkeit, der man den Namen IG-Einmischung geben könnte.

So gibt es kein Thema und keine Stimmungslage in der Dom – und Schlossstadt der Fürstin und der deutschen Single- und Immobilien- Hochburg, die nicht das unblaue Blut im künstlerischen Netzwerk-Kreislauf bewegen und in medial vielseitige Wallung bringen würde. Mit musikalischen, filmischen, karikierenden, inszenierenden, romanesken, mundartlichen, internet-gestützten Tortenschlacht-Geschützen wird seit Jahren aufmarschiert und mit den Mitteln raffinierter PR Plätze in der öffentlichen Wahrnehmung besetzt.

Diese Manifestationen sind nicht nur im lokalen Rahmen interessant, wer die Frage nach dem demokratischen Nutzen von Kunst überhaupt stellt, kann hier gelebte Antwort bekommen.